Bad Tatzmannsdorf: der Architekturausschlag

12. November 2009

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Neben Bad Sauerbrunn ist Bad Tatzmannsdorf der einzige Badeort des Burgenlandes mit Tradition. Wo sich Sauerbrunn mit einer großen, verblieben Anzahl von Villen aus der Monarchie noch ein bisschen mondänen Flair erhalten konnte, dort ging Bad Tatzmannsdorf den sichtbar anderen Weg.

Die Therme selbst ist - sieht man von ihren medizinischen Werten und menschlicher Tugenden wie Sauberkeit oder der unbestreitbaren Freundlichkeit ihrer Betreiber ab - so lustlos entworfen, daß ich aufgrund der stupenden Hässlichkeit im zugegeben wohltuenden, warmen Wasser sofort einen Architekturausschlag bekomme. Diese Attila-der-Hunnenkönigarchitektur muss nicht sein, wie die Therme Vals oder andere gut gestaltete Thermen zeigen.

Auch die eigene, lokale Tradition, wie das unmittelbar neben der Therme befindliche Freilichtmuseum eindrucksvoll zeigt, diese Bauten in ihrer archaischen Primitivität, hätte durchaus Verwandlungspotential gehabt. Aber wenn man ohne Architekten baut, kommen eben Gebäude ohne Architektur heraus.

Der ganze Ort macht übrigens diese Gestaltungsverweigerung - bis auf wenige, lichtblitzende Ausnahmen wie dem Kurpavillon im Kurpark - mit. Ein längerer Aufenthalt an diesem Ort ist für optisch abgestumpfte Menschen sicher kein Problem. Alle anderen können wohl nur kopfschüttelnd Schade sagen.