15. Mai 2010

Der ehemalige Reichsbahnbunker in Berlin Mitte, der im Jahr 1942 durch Karl Bonatz, dem Sohn von Paul Bonatz gebaut wurde, bekam durch den Kunstsammler Christan Boros, einem Schüler von Bazon Brock eine völlige neue Bedeutung.
In dem Bunker befindet sich heute die umfangreiche Kunstsammlung Boros, die man an Samstagen per Anmeldung auch anschauen kann. Auf das Dach des Hochbunkers wurde ein zeitgeistiges Penthouse gesetzt, ein Glaspavillon in der Tradition der postmiesianischen, rechtsrheinischen Glasboxen der Adenauer Ära. Passt das nach Berlin?
Aber ja doch, alles passt nach Berlin!
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13. Mai 2010



Kreuzberg, das war früher no-go-area, Sammelpool westdeutscher Wehrdienstverweigerer, Autonomer, Grünbewegter, Türken, Schwarzer Block, Antifas, Müslifraktion. Dieser Ort war aber auch der Platz, an dem der berühmte deutsche Architekt Hardt-Waltherr Hämer die Berliner Struktur gerettet hatte.
Im Rahmen der internationalen Bauaustellung, der berühmten IBA, an der Hämer bis 1985 als Leiter der IBA - Alt verantwortlich für die Rettung der Blockrandbebauuung von Hobrecht war und der Begründer der behutsamen Stadterneuerung wurde, die dann von Berlin ausgehend in ganz Europa zu einer Wiederbesinnung auf die Stadt des 19. Jahrhunderts führte und den Flächenabriss obsolet machte.
Heute ist Kreuzberg sehr ruhig geworden. Die bunte Volk ist weitergezogen, in die rabiaten Viertel Mitte und Prenzlauer Berg. Das betuchtere Volk renoviert jetzt die alten Gründerzeitbauten, eines nach dem anderen. Gentrifizierung findet statt. Man sollte aber nicht vergessen, wer dafür verantwortlich war, das heute überhaupt noch etwas renoviert werden kann in Kreuzberg.
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13. Mai 2010
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13. Mai 2010

Lange bin ich sinnend vor diesem stattlichen Mietshaus in Kreuzberg gestanden und habe darauf gewartet, ob wohl jemand vorbeikommt, und die Lampen in 22 Meter Höhe austauscht. Als niemand kam, zog ich weiter.
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13. Mai 2010

Das bisschen, was der Krieg vom alten Berlin übrig gelassen hat, ist recht ansehlich. Ein Polizeipräsident mit Namen Hobrecht war im 19. Jahrhundert dafür verantwortlich, das Berlin heute so grün ist wie London, aber dicht mit Höfen bebaut wurde. Ein großartiger Berliner Architekturtheoretiker namens Jonas Geist war dafür verantwortlich, das das Wissen um diese Berliner Mietshäuser nicht verloren ging. Sein dreibändiges Werk über diesen Bautypus empfehle ich nachdrücklich.In einem dieser tiefen Höfe im noblen Westen wohnt auch mein geistiger Führungsoffizier, IM Raimund. Ihm verdanke ich alles.
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13. Mai 2010
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13. Mai 2010




Kurze Baugeschichte der DDR: Zuerst war das Nichts: Die Rote Armee entwickelte im Jahr 1945 ihren militärischen show down auf einer Schneiße von etwa einem Kilometer Breite durch eine Gegend, die einmal die nordöstlichen Wohngebiete Groß-Berlins waren.
In dieses Nichts hinein wurde in den fünziger Jahren - in der Rock`n`Roll Periode der DDR - die Stalin Allee gebaut, eine Marriage aus den Prachtboulevards des Haussmannschens Paris, aus preussischem und zaristischem Königstum und aus Otto-Wagner-Jugendstil. Eingefallen ist diese Parade dem (beinhahe) einzigen Genie der DDR Architektur, Hermann Henselmann. Der Stil hieß übrigens NATI TRATI, Stil der nationalen Traditionen.
Nach Stalins Tod mochte man die Stalin Allee nicht mehr besonders. Die zweite wichtige Intervention an dieser Stadtbrache waren die Bauten der experimentellen Flächentragwerke, die hyperbolische Paraboloide. Darin gab es weltweit nur die Amis und - seltsam, aber so steht es geschrieben - die DDR Architekten und Ingenieure. Leider durften diese namenlos gebliebenen Entwurfsgenies kaum je bauen. Ich habe übrigens noch bei dem Letzten Dinosaurier dieser Bewegung an der HAB ein bisschen studiert. Das jedenfalls war die psychodelische Pop Periode der DDR.
Danach kam der Plattenbau, und dazu ist beinahe gar nichts zu sagen. Ich habe diese Geschichte gehört, wo Architekturstudenten während ihrer staatlich verpflichtenden Arbeitsleitung in Betonwerken händisch Steinchen in feuchte Betonwandelemente drücken mussten. Wer die DDR in ihrer Spätphase ein bisschen gekannt hat, glaubt diese bizarre Sache eigentlich sofort.Das war die Epoche der volkdümmlichen Musik der DDR.
Dann war die DDR schon fast wieder vorbei, und sie trat ein in ihre letzte Episode. Sie wurde schlicht und ergreifend niederkommerzialisiert. Das war die Fahrstuhlmusik Epoche der DDR.
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13. Mai 2010

Im Hansaviertel im Berliner Tiergarten versuchte die junge Bundesrepublik nach den Schrecken des Krieges, wieder Anschluss an die Weltarchitektur zu erlangen. Der damals schon etwas reifere brasilianische Architekt Oscar Niemeyer baute dort neben den anderen Größen der Zeit sein bis heute stupend schönes Scheibenhaus, das leichtfüssig auf Stelzen steht - oder Samba tanzt? Jedenfalls ist es nicht älter geworden, nur die Bäume sind heute so mächtig geworden, wie sich das die Planer in ihren Entwurfszeichnungen gewünscht hatten.Heuer ist Oscar 103 Jahre alt geworden und baut immer noch.Alles Gute zum Geburtstag!
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12. Mai 2010


Albert Speer war der Architekt des Dritten Reiches, der Name, der übrig bleiben wird. Von seinem architektonischen Werk, der doch immerhin Berlin auslöschen wollte und stattdessen die Welthauptstadt Germania errichten wollte, ist allerdings in Berlin so gut wie Nichts übrig geblieben. An der großen Heerstrasse in den Westen stehen noch seine Strassenlaternen.
Thats it.
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12. Mai 2010


Den Tourist in Mitte wird es wohl kaum geben, der nicht mit ein bisschen kalkuliertem Schaudern am Komplex des Tacheles vorbeischlendert. Was einst der Wilde Kulminationspunkt der Punkszene in Berlin war, das Königsschloss aller besetzen Häuser gewissermassen, ist heute etwas Trauriges. Selbstgebastelte Sinnlosigkeiten werden in einem Art Bazar dort angepriesen und verkauft, wobei vor allem das Ambiente des Tacheles verkauft wird.
Unmittelbar daneben eine andere Welt. Im aufblasbaren Designerzelt der Schicki Mickis werden andere sinnlose Dinge zur Schau gestellt, mit sinnlosen Ritualen von Türstehern, Lichtshows und Autopräsentationen.
es sieht nur anders aus, aber Beides ist das Gleiche.
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