Bad Sauerbrunn: Lob der Sommerfrische

12. August 2008

 

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Völlig aus der Mode gekommen ist die Sommerfrische. Im Burgenland gibt es zumindest noch zwei Orte, an denen man diese altmodischste aller Freizeitvergnügungen frönen kann, nämlich in Bad Tatzmannsdorf und Bad Sauerbrunn.

 

In Bad Sauerbrunn stehen immer noch ortsbildbildend die kleineren und grösseren Villen des ehemaligen (jüdischen) Geldadels Westungarns.

 

Aus Budapest, aus Wien und aus Dazwischen kam diese kleinere Haute- volee, denen der Semmering, Reichenau und die Oberösterreichischen Seen oder der Gardasee und die Riviera zu teuer oder zu weit waren, mit der Bahn angereist. Mit Maus und Mann fuhr man in die teils leeren Villen, mit den Möbeln, den Dienstmädchen und dem guten Geschirr.

 

Heute kann man – diesen Beweis habe ich angetreten – in Bad Sauerbrunn immer noch sommerfrischen. Vormittags ein Spaziergang durch die Wälder, nachmittags in der Hängematte, im heissesten, pannonischen August sogar leicht fröstelnd, unter riesigen Tannen, und lesen, lesen lesen. Die Kinder beim Glücklichsein beobachten. Essen, in den Abend schauen. Das wars. Wie perfekt kann die Welt doch sein, nur wenige Kilometer von Zuhause!

 

Sonntags kommt immer Besuch aus den heissen Städten, Wien, Klosterneuburg, Graz, Wiener Neustadt, Laxenburg, Eisenstadt. Zuerst gibt es Kaffee auf der schattigen Waldterrasse, ein uniformes - unglaublich, wie kühl es hier ist, am Waldrand! - dann ein Spaziergang in den Ort, zum Kurkonzert mit Kuchen oder Eis. Hitzeschock im Tal erleiden, in andere Villen hineinschauen, phantasieren, plaudernd wieder zurückgehen.

 

Ein finnisches Blockhaus in einem riesigen Villengarten in Bad Sauerbrunn, diese perfekteste aller Villen unserer Tage, das geborgte Tusculum von ganz lieben Freunden hat mir zu diesen Wonnen verholfen.

 

Danke S., danke O.!