Leoben:das aufgeschlitzte Haus
20. August 2009Leoben ist offensichtlich eine der Orte in der durch die Wirtschaftskrise furchtbar gezeichneten Mur - Mürz Furche, die nicht nur überleben werden, sondern über kurz oder lang die ganze Region in ihrem Stadtkörper aufsaugen werden. Die Stadt setzte - im Gegensatz zu Anderen - auf den richtigen, zeitgemässen Mix aus Wellness, Kommerz, Kongress, Forschung und Lehr, eingebettet in eine ordentlich konsumierbar gemachte Natur.
Eine wesentliche Strategie ist Kultur. In der Kunsthalle Leoben finden seit einigen Jahren wissenschaftlich begleitete Blockbuster- Sommerausstellungen statt, ein mittlerweile rennomiertes Haus mittlerer Grösse ist entstanden und bringt verlässlich Gäste nach Leoben. Warum historische Gebäude bei solchen Anlässen geschlitzt werden müssen, weiss ich nicht. Die heurige Ausstellung Das Gold der Steppe mit den unfassbaren filigrangoldarbeiten der antiken Skythen ist jedenfalls schlichtweg großartig, das wird man ausserhalb Russlands wohl nie mehr so sehen können. Die Ausstellungsarchitur ist subtil und gelungen, wie eine Melange im Grancaffe`.

