Herrenchiemsee: der Königsbau

7. August 2009

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Der Wahnsinn des bayerischen Königs Ludwig II. füllt Bücher. Sein unvollendetes Prachtschloß Herrenchiemsee, das er auf einer Insel als Duplikat von Schloß Versailles zu errichten begann, weil ihn dort, mitten am See, niemand stören konnte, ist wahrlich groß angelegt. So groß, das zu seinem Tod weite Teile der Räume im Inneren unvollendet blieben, und sie bleiben es bis heute.

Nichts hinderte den Kini allerdings daran, gleichzeitig zeitgemäß und modern zu sein. Zu sehen ist heute noch der komplexe Mechanismus, der es ermöglichte, den Tisch des Königs im Erdgeschoß zu decken - und - wie durch Geisterhand - gedeckt in das Speisezimmer des Königs hinaufzufahren, ohne das der scheue Monarch mit seinen Untertanen in Kontakt kam.

Na ja.

Für den Fremdenverkehr hätte es allerdings nichts Besseres geben können als diesen bauwütigen König.  Wieder einmal wird meine Theorie über den wahren Daseinsgrund von Architektur bestätigt: nur die Architektur (und leider auch der Krieg) schafft es, jedes Vermögen - so groß es auch sein mag - zu vernichten.