Neusiedl: der letzte Rest

14. April 2009

fotoarchiv-12605.jpgfotoarchiv-12604.jpgneusiedl3.jpg  Das letzte Haus in der Straße meiner Kindheit, vielleicht das letzte Haus in der ganzen Stadt, das noch in der noblen Schlichtheit seiner proletarischen Herkunft besteht. Diese Schlichtheit findet sich im kleinsten Detail wie dem Türbeschlag, bis hin zur Farbigkeit, diese Schlichtheit findet sich auch in den Massstäben. All das ist keine Architektur,  könnte man sagen. Gewiss: aber fast alles, was uns heute als Architektur verkauft wird, kann mit dieser schlichten Schönheit kaum mit, noch schlimmer: lohnt die Rede nicht. Noch wäre Zeit zur Umkehr, noch gibt es einige ganz wenige Lernobjekte, bald werden auch diese verschwunden sein. In Neusiedl ist es wohl das letzte Haus seiner Art.

Neusiedl: barocke Toiletten

16. Januar 2009

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In der Fremdenverkehrsgemeinde Neusiedl am See bietet man den Touristen  vielfältige Erlebnisse. Wem das automobile cruisen auf der chronisch verstopften Hauptstrasse auf den Magen schlägt,  der kann im Ortszentrum, direkt  unterhalb des barocken Kirchenvorhofes - also dem letzten, überlebenden, historischen Ensemble dieses früher sehr hübschen Ortes - eine der Umgebung angepasste Toilette aufsuchen. Der zeitgenössische Container war offensichtlich nicht hübsch genug, daher wurde dieser kurzerhand barockisiert: mit wasserbeständigen Holzplatten und Farben.

Na ja: um ehrlich zu sein: mich stört das Gelb ein bisschen ….

Neusiedl: Schule mit Aussicht

9. März 2008

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So unattraktiv die Ortsdurchfahrt von Neusiedl am See auch ist – im Burgenland nur mehr geschlagen durch Oberwart, die Stadt an der einsamen, verkehrten Spitze – so schön und poetisch kommt an diesen dünnsonnigen Spätwintertag das durch hochwertige Architektur veränderte Seegelände daher.

Heute haben wir bereits eine echte Promenade am See. Das eine Ende wird fixiert durch das attraktive und massiv angenommene Wunder Mole West von Halbritter/ Hillerbrandt Architekten, das andre Ende wird durch die nicht minder hübsche Segelschule von Stephan Schurich (S+Architekturstudio) besetzt.

Die Zerlegung der Baumassen in einzelne Kubaturen, die Auflösung der großen Kubatur in leichte, transparente Flächen zeigt einmal – nach viel Missglücktem diesbezüglich – wie wunderbar Glas als Werkstoff sein kann.

Dazwischen ist unser wunderhübscher, brauner See, mit Federvieh, etwas Schilf und dem gewissen Glitzern.

Ein Wintertraum.