Akkon: gigantische Kreuzfahrerbauten als Geldspeicher

15. März 2009

akkon-2009-032.jpgakkon-2009-033.jpgakkon-2009-159.jpg Die Festung Akkon, am östlichen Mittelmeer gelegen, ist jedem österreichischen Schulkind ein Begriff.  Dort entstand der Legende nach die österreichische Fahne, weil angeblich der weisse Waffenrock des vor Akkon kämpfenden Herzog Leopold so intensiv mit Sarazenenblut durchtränkt war, das nur dort, wo sich sein Gürtel befand, eine weisse Stelle übrig blieb. Bis heute heisst daher die malerische Hafenpromenande des orientalischen Städtchens Acca auch Avenue Duc Leopold. Das altehrwürdige, ehemals osmanische, heute von Palästinensern bewohnte Acca ist wiederum umzingelt von der jungen, modernen, israelischen Stadt Acco. Die wahren Werte dieser Stadt befinden sich aber in ihrem Bauch, dort, wo sich die von den Osmanen verschonten Überreste der Kreuzfahrerfestung Akkon verbergen, die lange Zeit der mit Abstand wichtigste Hafen des östlichen Mittelmeerraums war. Ein wirklich gigantisches Netzwerk von bis zu acht Meter hohen, gotischen Gewölben von berückender Schönheit und Würde zieht sich durch die Stadt, ein absolut bedeutendes Monument des Mittelalters, in ihrer Dimension nur von Orten wie Malta oder der Deutschordensfestung im ostpreussischen Marienburg übertroffen. Es wird klar, das die Kreuzzüge auch wirtschaftlich zu deuten sind. In Akkon wurde von den Kreuzrittern nichts Weniger als ein gigantischer Speicher gebaut, den sie mit den Schätzen des Orients zu füllen gedachten. Nun, die Sarazenen hatten schliesslich leider mit dem Orient andere Pläne. Die gigantische, gotische Johanneskirche allerdings, das christliche Wahrzeichen der Stadt, wurde erst Ende des 18. Jahrhundert von den Türken, den heutigen EU - Kanditaten,  abgerissen. Das war wohl nicht mehr wirklich notwendig, oder?