Hallein: Regimebewirtschaftung der Altstadt
17. Februar 2008
Hallein, die Stadt von Salz und Eisen, die Stadt der Kelten, hat das Problem aller europäischen Kleinstädte: die Altstädte sterben aus. Hier, in der touristisch dominierten Umgebung aus Tradition und Bergwelt erscheint die schleichende Balkanisierung mit Einzug des Kopftuches in die Kulisse der verfallenden Altstadthäuser doppelt bizarr.
Aber in diesem Hallein findet sich auch eines der interessantesten und vielversprechendsten Projekte zur Wiederbelebung der Altstädte. Am oberen Stadtplatz wurden mehrere stattliche, teilweise denkmalgeschützte, jedoch bereits verfallende, weil nicht mehr bewohnte Objekte von einem Bauträger gemeinsam erworben und in einer Art Regimebewirtschaftung als Ganzes saniert.
In diesem neuen, alten Stadtteil entsteht in einem zusammengelegten Konglomerat aus alten Häusern ein großes Studentenheim, Gastronomie, eine Bibliothek, Geschäfte. Es bleibt zu hoffen, dass dieses tolle Projekt Schule machen wird. Es bleibt zu hoffen, das die Initiatoren dieses Projektes den nächsten Landespreis für Architektur bekommen, den dieses Projekt ist vielleicht wichtiger als das nächste Glaskisterl. Der Mensch ist schließlich kein Salat (copyright: Dr. M. G.), der Mensch hat und braucht Geschichte.

