Mariahof: ein Wehrkirchendorf

1. Januar 2008

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Jahrhunderte lang war in der Steiermark die Furcht der Auftraggeber wichtiger Bauwerke. Waren es im Mittelalter vor allem die Ungarneinfälle, so machten danach die Türkengefahr den Bewohnern Innerösterreichs – fernab der wichtigen Informationsflüsse – zu schaffen. Über die Gefahrenlage waren die Menschen im abgelegenen Murtal nie ausreichend informiert, die herumziehenden, schnellen Freischärlerverbände zu Pferde tauchten plötzlich auf, stifteten Unheil und verschwanden wieder.

Daher wurden in Mariahof die gotische Kirche und die notwendigen Infrastrukturgebäude des Dorfes nach dem Ungarneinfall von 1482 wiederhergestellt und zu einer kleinen Festung ausgebaut, immerhin eine der größten kirchlichen Wehranlagen der Steiermark. Mit dem Jahr 1511 waren die Arbeiten abgeschlossen.

Die rückständige Lage des Murtales und die sich nicht entwickelnde Industrie im 19. Jahrhundert haben gemeinsam mit der Denkmalpflege dafür gesorgt, das dieses Freilichtmuseum früherer politischer Lagen in Österreich vollständig erhalten blieb.