Hermannstadt: ein Kaiserschloß

27. Oktober 2007

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Am Stadtrand von Hermannstadt steht inmitten von eng aneinandergebauten, kleinen Häuschen, an einer unbefestigten, kotigen Lehmstraße das Schloß von Iulian Radulescu, dem Kaiser der Roma aus aller Welt. Möglicherweise ist es aber auch das Haus seinen Cousins, des Roma-Königs Florin Cioba.

Das Haus ist nicht viel wesentlich grösser als die Häuser der Untertanen, es ist nur wesentlich höher. Besonders markant ist seine Dachlandschaft aus lauter sehr spitzen Stacheln, die auf den kaiserlich und königlichen Beruf verweisen: beide Monarchen sind im internationalen Alteisenhandel tätig.

Es gibt wohl kaum eine Monarchie ohne pittouresken Reiz, aber diese hier ist einer der symphatischten, die ich je besuchen durfte. Zum Schloß brachte uns übrigens ein überaus netter, rumänischer Taxifahrer, der vorerst vorgab, das Haus genau zu kennen, dann allerdings mit uns eine sehr lange und sehenswerte Suchfahrt durch die Vororte Hermannstadts unternahm.

Leider hatte Majestät keine Zeit für einen Empfang im Inneren des Palastes, oder trauten wir uns ganz einfach nur nicht, einfach anzuläuten und zu fragen, ob Majestät zugegen sei? Sei es wie es sei: die Bilder des Äusseren sind wohl Eindrucksvoll genug.

Hermannstadt: es blaut so blau

26. Oktober 2007

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Die unfassbar schöne Stadt Hermannstadt in Siebenbürgen ist in ihrer letzten, beinahe unberührten Fassung auf uns gekommen, als einzigartiges Denkmal einer vorindustriellen Stadt, bis in die kleinsten Details hinein. Die Pseudoindustrie des kommunistischen Rumänien konnte dieser Stadt nur eine hauchdünne Farbschicht aufzwingen, die witzigerweise overall angewandt wurde. Ob auf Fensterläden oder Eisenbahnen, alles wurde offensichtlich mit einer etwas karibisch anmutenden Einheitsfarbe übergossen. Wirklich zerstört hat dieses Farbspielchen wohl wenig: diese Aufgabe wird wohl unserem touristischen Zeitalter vorbehalten bleiben.

Nachtrag: Man kennt aus Schlossführungen diese unvermeidliche Geschichte über das Ölportrait des alten Grafen, der einem - egal wo man auch steht - immer mit seinen magischen Augen nachsieht.  Ich habe keine Ahnung, warum es mir bei diesem alten Sachsenhaus auch so ging.